Was ist die art bv Berchtoldvilla?

In der art bv Berchtoldvilla sind derzeit mehr als 150 bildende Künstler und Künstlerinnen aus den Sparten Malerei, Grafik, Bildhauerei, Installation und Objektkunst, Fotografie, Keramik, Design, Schmuck, Mixed Media, Illustration, Kalligraphie, Neue Medien, Landart, Textilkunst und Architektur organisiert.

Das Erarbeiten gemeinsamer Ausstellungen, die Auseinandersetzung miteinander bzw. mit aktuellen Themenstellungen sowie rege Auslandskontakte sind wichtige Grundlagen der Vereinsarbeit.

Dabei soll der persönliche Kontakt untereinander genauso gepflegt werden wie der lebendige Austausch mit Förderern, Mitgliedern anderer Institutionen und kunstinteressierten Menschen allgemein.

Geschichte des Landesverbandes Salzburg

Salzburger Künstlerinnen und Künstler begannen kurz nach Kriegsende das durch Bombentreffer stark beschädigte Künstlerhaus wieder zu reaktivieren. Bereits ab 23. August 1945 traf sich regelmäßig ein provisorischer Ausschuss, der anhand von eingereichten Arbeiten bestimmte, wer als Künstler/in gelte und somit die Berechtigung erhielt, Zusatzlebensmittelmarken und Bezugsscheine für Malmaterial zu bekommen. Diesem Ausschuss gehörten Hilde Heger, Josef Schulz, Slavi Soucek und Wilhelm Kaufmann an. Im Oktober 1945 reiste der Präsident der Wiener BV, Dr. Rudolf Buchner, nach Salzburg, um mit jenem Ausschuss über die Gründung eines Salzburger Landesverbandes zu verhandeln. So entstand die "Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Landesverband Salzburg". In den ersten Jahren bestand eine enge Verbindung mit dem Salzburger Kunstverein, weil man sich im Künstlerhaus das Büro teilte und Prof. Rigobert Funke in beiden Vereinen der Präsident war. Anfang der 1950er-Jahre gab es im Café Altstadt monatlich einen Jour fixe, welcher sich zu einem beliebten Treffpunkt für Künstlerinnen und Künstler entwickelte. Als Prof. Funke 1960 starb, wurde der Bildhauer Lois Lidauer zu seinem Nachfolger gewählt. Im April 1961 übersiedelte das Sekretariat der Berufsvereinigung in die Galerie im Mirabell-Casino.

Bis zum Jahr 1968 wurden zahlreiche Kollektiv- und Gedächtnisausstellungen, vor allem während der Festspielzeit, und Ausstellungen des zeitgenössischen Kunstschaffens der Städte Bremen, Hamburg, Frankfurt, Konstanz und Miskolc (Ungarn) gezeigt. 1966 trat der Landesverband aus dem Zentralverband aus, ist jedoch 1970 wieder beigetreten. Im Sommer 1968 konnte der Verein im Traklhaus einen Raum mieten, danach ein Innenhofgebäude in der Kaigasse 6.

1990 regte die Stadträtin a. D. Martha Weiser an, ihre Wohnung in der Berchtoldvilla, welche im Besitz der Stadt Salzburg war und ist, einer kulturellen Nutzung zuzuführen und der Berufsvereinigung als Sitz zu überlassen. Nach zähen Verhandlungen mit Stadt und Land Salzburg über Subventionen und nach umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte im Dezember 1991 die Berchtoldvilla bezogen werden. In der Folge wurde das spätbarocke Haus schrittweise für den Ausstellungsbetrieb adaptiert und dabei insbesondere im Jahr 2000 das Dachgeschoss zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum unter offenem Gebälk ausgebaut. Nach langen Jahren der Abgelegenheit in einem wenig ansehnlichen Viertel hinter Baracken und Bauzäunen rückte die Berchtoldvilla 2011 in den Mittelpunkt eines von Grund auf neugestalteten Areals aus Bildungs- und Kultureinrichtungen - umgeben von Schulen, Universität, Sportstätten, Kulturgelände und Gästehaus - vor den Toren der Altstadt und verfügt seither auch über eine erweiterte Gartenfläche, welche die art bv seit 2012 als Skulpturenpark und "ARTSPACE" für Gardening, Performance, Installationen und andere Veranstaltungen im Freien nutzt.